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Vor 50 Millionen Jahren lebten hier in Europa noch die Urpferde.
Die älteste uns bekannte Equusart erreichte Europa vor ca. 1,5 Millionen Jahren.
Die Entwicklung der Equiden begann vor rund 60 Millionen Jahren mit dem Eohippus
(= "Pferd der Morgenröte", v. griech. eos – Göttin der Morgenröte), mit einem etwa fuchsgroßen Tier.
Über Jahrmillionen änderte sich ganz allmählich das Klima der Erde und mit ihm das Uhrpferd.
Der heutige Equus caballus wanderte von Amerika über die Beringstraße
(damals noch vorhandene Landverbindung zu Eurasien) nach Afrika, Asien und Europa ein.
Der Weg der Norpferde führte entlang der Eisgrenze durch felsige Tundren und boreale Wälder,
durch den gesamten Nordwesten Europas, bis nach Nordspanien, Irland und Kleinasien.
Mit 120-170(!) cm Stockmaß waren ihre Körper rund, sehr kräftig und an das Überleben der
klimatischen Schwankungen von Kalt- und Warmzeiten, mit karger, unterschiedlicher Nahrung angepasst.
Das Gebiß war extrem kräftig und robust.
Die kräftigen Schneidezähne standen senkrecht aufeinander,
um das Abbeißen harter Gräser und holzreicher Nahrung zu ermöglichen.
Der Verdauungstrakt war auf die Verwertung und permanente Aufnahme des wenig gehaltvollen,
aber voluminösen Futters ausgerichtet, er arbeitete höchst effizient, aber immer auf "Sparflamme".
Der Weg der Südpferde führt durch Steppen und Savannen und reichte bis nach Süd- und Zentralasien,
über den gesamten südtropischen Gürtel und den Orient, sowie Ägypten bis nach Mittel- und Westeuropa.
Nach der Eiszeit schrumpfte sein Lebensraum durch klimatische Veränderungen zusammen und sein ursprünglich fruchtbarer und milder Standort wurde zunehmend trocken, sumpfig und gebirgig.
Die ursprüngliche gehaltvolle Nahrung war jedoch nur zu Regenzeiten und in bestimmten Feuchtgebieten vorhanden, welche die Herden auf ihren Wanderungen aufsuchten.
Sein Körperbau war feiner, das Fell weniger dick, die Beine länger, als bei den Norpferden,
aber auch die Südpferdetypen kamen auf ein Stockmaß von 120-160cm.
Auf ihren weiteren Wanderungen wird angenommen, dass sich Süd- und Nordpferde wahrscheinlich trafen und vermischt haben.

Aus ihnen bildeten sich dann die drei Wildvorfahren des Hauspferdes:
Das Waldpferd (Equus caballus silvaticus) - Eiszeitpferd,
das Przewalskipferd (Equus przewalskii) - Mongolisches Wildpferd und
der Tarpan (Equus silvestris) - Europäisches Wildpferd.

Das Eiszeitpferd überlebte in den Wäldern und Tundren des Nord-Europas, in Skandinavien
und im Nordwesten Deutschlands bis in die Nacheiszeit in Form des Equus caballus germanicus.
Die letzten vom Menschen unbeeinflussten Herden des Mongolischen Wildpferdes bewohnten
die Dsungarei in Hoch- und Innerasien, waren die Steppenpferde des Ostens und bis zur Neuzeit
von der Mongolei bis zur Wolga verbreitet.
Das Przewalskipferd wurde es erst 1881 von dem russischen Asienforscher Nikolaj Michajlowitsch Przewalski entdeckt, von welchem dieses Wildpferd seinen heutigen Namen trägt.
Die Tarpane lebten nach der Eiszeit und in den europäischen Wäldern ebenfalls an der Wolga,
jedoch bis hin zu den Vogesen. Aus ihnen bildeten sich zwei Typen: Waldtarpan und Steppentarpan.
Das europäische Waldwildpferd, auch Waldtarpan genannt hielten sich im nordöstlichen Polen, der Ukraine,
in West- und Ostpreußen und den baltischen Staaten bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts.
Die allerletzten Herden wurden nördlich des schwarzen Meeres am Ende des 19. Jahrhunderts gesehen.
Eine größere Unterart bildete der Steppentarpan, auch Südrussisches Steppenwildpferd genannt.
Er überlebte am längsten – bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in den Schwarzmeersteppen Tauriens.

Der gerne als Wildpferd bezeichnete Mustang ist als solcher KEIN "echtes" Wildpferd.
Es handelt sich ausnahmslos um Hauspferdeabkömmlinge.
Mustangs kamen erst 1492 auf den Segelschiffen des Christoph Kolumbus in die Neue Welt.
In den weiten amerikanischen Prärien fanden sie die die idealen Lebensbedingungen.
Die Mustangs eroberten den Westen Amerikas lange bevor die weißen Siedler dort Fuß fassten.
Die Indianer verstanden es die wilde Pferde einzufangen, zu zähmen und auf ihre Weise zu reiten.
Dann wurden die Mustangs zu Hunderttausenden von den Weißen getötet.
Ihr Weiterbestand war somit ernsthaft bedroht.
Durch Naturschützer verdreifachten sich die Mustangherden innerhalb von fünf Jahren.
Obwohl die Herden in einem kaum besiedelten Gebiet leben, sah sich die amerikanische
Regierung in den letzten Jahren veranlasst Mustangs wieder einzufangen.
Weitere mehr oder weniger wildlebende Pferderassen sind die Carmague-Pferde (Rhônedelta in Südfrankreich),
die Dülmener-Pferde (Westfalen in Deutschland), die Exmoorponys (Südwesten von England) und die Connemaraponys (Westen von Island). Weitere Wildpferde siehe WILD LIFE !

Dennoch lassen sich an diesen verwilderten, wildlebenden Pferden ihrer Urahnen erkennen
und genau sie sollten uns als Vorbild dienen, wenn wir das Erfolgsmodell der Evolution:
Pferd erhalten möchten.
Wenn man sich den Gesundheitszustand der Pferde heute anschaut, gewinnt man den Eindruck,
dass sich die Erfolgsgeschichte der Spezies Pferd dem Ende zuneigt.

Wildpferd in den USA, Nähe Grand Canyon Cameron - Bild (c) Sven Lubbe


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